Der »Feind« in unserem Dorf

Die Trinkgewohnheiten in Büllesfeld sind ziemlich simpel strukturiert. 4 von 6 Haushalten beziehen regelmäßig Milch vom Hof Hommerich, der die Milch zentral ins Wirtzhaus anliefert und die weitere Verteilung erfolgt – üblicherweise Mittwoch nachmittags durch eines der vier „Milchmädchen“ (Durchschnittsalter 33 Jahre, eines treibt den Schnitt ziemlich hoch, aber lieber hohes Durchschnittsalter als Mager- oder gar keine Milch). Wenn es ums Bier geht, sind die Büllesfelder Puristen. Dem Rheinland verbunden wird obergäriges bevorzugt: Kölsch! Allerdings sind die Geschmäcker verschieden und es werden durchaus die Erzeugnisse verschiedener Brauhäuser akzeptiert. Kommt es in Fässern daher, werden die der Kölner Mahlzmühle bevorzugt. Eines der Büllesfelder ist in diesem Punkt monomanisch und akzeptiert auch in Flaschen nur diese Marke. Wenn es sich fügt und ein Kölner bringt ein oder zwei Fässchen der Hausbrauerei Päffgen aus dem Domstadt mit, wird sich niemand grämen. Im Gegenteil: die mittelalterliche Hochzeit von Achim und Monika 2002 mit vielen Holzfässern aus dieser Quelle sorgte für tagelangen und bis heute unvergessenen Genuss. Es gibt jedoch durchaus Abfüller, die im Dorf gar keine Chance haben. Neben einigen berüchtigten Kölschbrauern zählen hierzu auch so exotische Bierspezialitäten wie Pils oder gar Export. Trotzdem ist es zwei liebenswerten Westfalen gelungen, genau so etwas bei einem Besuch ins Dorf zu schmuggeln. Obendrein in ungewöhnlich großen Flaschen. Und jetzt ist er da: der Feind in unserem Dorf. Eine Flasche Pils und eine Flasche dunkles Export aus der kleinen Lippstädter Brauerei Thombansen. Diese Vorstellung allein ist für den Büllesfelder grausam genug. Aber es kommt noch schlimmer: Es schmeckt (zumindest vom Pils ist es überliefert).

Kommentare


  1. Nowak

    Man glaube es kaum – auch die Westfalen brauen gutes Bier.


  2. Udo Kopernik

    Nicht gleich keck werden und verallgemeinern. Bislang wissen wir in Büllesfeld nur von EINEM Westfalen, der leckeres Bier brauen kann – und am Ende ist der auch noch zugezogen?

  3. Na ja, Bier brauen kann wohl jeder, aber Mühlen-Kölsch brauen
    kann nur einer in dieser Republik…….!
    Unter den Kölschbrauern gibt es auch Exoten mit eigentlich
    nicht trinkbaren Produkten wie beispielsweise Peters, Dom
    oder Küppers. Lange Rede kurzer Sinn “ Mühlen-Kölsch ar the best „

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