Der erste steht schon

Der erste Weihnachtsbaum wurde bereits aufgestellt. Bereits am letzten Wochenende zog er in das Haus mit der zeitlosen Hausnummer ein. Und wie so oft, fiel auch der Jahrgang 2011 etwas zu groß aus; nicht viel – aber immerhin hätte sich seine Spitze nur mit einer deutlichen Biegung an die Zimmerdecke geschmiegt. Da griff die Hausherrin in die sorbische Trickkiste der Großmutter, zur Rosenschere und zum Zahnstocher. Mit kühnem, wohl durchdachten Schnitt wurde zuerst ein viel zu lang erscheinendes Stück der Tannenspitze gekappt, danach vom oberen Teil gerade so viel entfernt, dass der verbliebene Rest mit Hilfe des Zahnstochers aufgepfropft dem Baum wieder zu einem harmonischem Gesamtbild verhilft. Dieser Kunstgriff ist deshalb von Bedeutung, weil dem Wunsch eines einzelnen Herrn (der schon gar nicht mehr hier lebt) folgend, keine klassische Christbaumspitze aus Glas die Tanne schmückt, sondern an ihr ein kleiner Weihnachtsmann auf dem Schlitten befestigt wird – und der soll es schließlich schön haben.

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